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Entwurf und Implementierung von Bedienoberflächen Die
Kommunikation mit einem Gerät erfolgt über eine Sprache, nicht unähnlich
unserer Alltagssprache. Die Vokabeln entsprechen den Bedienelementen, die
Syntax beschreibt die möglichen Betätigungsabläufe.
Sprachen sind dann leicht zu erlernen, wenn die Vokabeln leicht zu erinnern
sind, weil sie z.B. Bekanntem aus der Muttersprache gleichen, ihr
Klang den Begriff nachahmt oder weil sie aus bekannten Elementarbegriffen
auf nachvollziehbare Weise zusammengesetzt sind.
Sprachen sind leicht zu erlernen, wenn ihre Syntax gleichartig aufgebaut
ist, keine Ausnahme aufweist und nur so umfangreich ist, daß die im
Sprachgebrauch erforderliche Differenzierung ohne umständliche
Umschreibungen gewährleiste ist.
Überall dort, wo effiziente Kommunikation überlebenswichtig ist, entwickelt
sich eine Ökonomie der natürlichen Sprache, die diesen Anforderungen genügt
(Seefahrt, Militär, Operationssaal).
Ob ein Gerät einfach oder schwer zu bedienen ist, hängt davon ab, ob die
Bedienelemente eindeutig und die Abläufe erkennbar und leicht zu erinnern
sind. Es gelten dieselben Regeln wie für die Erlernbarkeit von Sprachen.
Daraus lassen sich Grundanforderungen für leicht zu erlernende
Bedienoberflächen ableiten:
- Bedienelemente mit eindeutig erkennbarer Funktion: Bedeutung
vermittelt über kurze, eindeutige Texte oder klare Piktogramme (am besten
solchem, die bereits eingeführt sind). Art der Bedienung (drücken, drehen,
schieben) anhand der Form verdeutlichen. Eingeführte Abstraktionen nutzen
(z.B. WIMP).
- Eindeutige, sichtbare Reaktion auf Eingaben (entsprechend
Kommunikationsprotokollen), wichtig hierbei auch eindeutige, negative
Rückmeldungen bei inkonsistenten Eingaben.
- Gleichartige Abläufe für gleichartige Vorgänge. Abläufe, die aus
mehreren Schritten bestehen sollen immer einen eindeutigen Ausgangs- und
Endzustand haben; notwendige Zwischenzustände sollen immer erkennbar sein
und nicht abgeschlossene Abläufe sollten so abgebrochen werden können, daß
der Ausgangszustand wieder erreicht wird. Zusammenfassungen von
Bedienschritten (Shortcuts) sollten nicht zu Zwischenzuständen führen.
- Weil Bedienabläufe Sprachen ähnlich sind, lassen sich die gut
erforschten formalen Beschreibungen für Sprachen mit Gewinn für die
Gestaltung von Bedienungen nutzen. Was sich mit einer formalen Grammatik
leicht beschreiben läßt, ist auch leicht zu verstehen und zu erinnern; was
sich der formalen Beschreibung widersetzt, ärgert auch den Benutzer.
Diese Empfehlungen mögen auf den ersten Blick trivial wirken; wie
aufwendig und komplex die Optimierung einer Bedienoberfläche sein kann, weiß
jeder, der ein solches Projekt durchgeführt hat.
Verständnis für die inhaltlichen Anforderungen des Benutzers, Erfahrung in
der Gestaltung von Oberflächen und Abläufen, Geduld und sorgfältige
Erprobung
von Varianten führen zu besseren Geräten. Wenn dann noch ein
effizientes Werkzeug
für die Erstellung der Prototypen eingesetzt wird, dann kann mit
vertretbarem Aufwand eine optimierte Bedienoberfläche umgesetzt werden, die
Ihre Kunden überzeugt.
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